tarotmeisterin_coverIch bin eine der Glücklichen, die zu Elis Geburtstag eingeladen wurde. Es sollte ein ganz besonderer Tag werden. Schließlich feiert man nicht alle Tage diesen runden Geburtstag. Und dann gibt es da noch das neue Buch mit dem Titel „Die Tarotmeisterin“, dessen Erscheinen ebenfalls mit dem Fest zusammenfällt. Noch dazu sind die Marillen reif, aber das ist wirklich eine andere Geschichte…

Als ich die Einladung von Elis per e-Mail erhielt, las ich:

Übrigens, als Geburtstagsgeschenk wünsche ich mir nur Sachen aus euren Gärten: Ableger, Rhizome (blaue/violette Iris z.B.), Samen, Stecklinge, Junggemüse, …… ja nix kaufen, nur ausgraben oder fladern!“

Nein, letzteres kam für mich nicht in Frage. Das mit dem Ausgraben war auch so eine Sache: Ich als Gartenneuling, der die letzten drei Jahre nur eingepflanzt, nicht aber ausgegraben hat. Eine völlig neue Herausforderung, die da auf mich zukam. ElisP1010567 hingegen, die alte Garten-Rampensau, kann mit ihrem Know-How leicht schreiben: „Nur Rhizome“ – für mich ein Fremdwort und dann erst richtig ausgraben.

Ich tat, was ich tun musste: nahm Harke und Schaufel und los ging’s. Während ich mit dem Werkzeug die Erde bearbeitete, begannen meine Gedanken um Elis zu kreisen: Ich erinnerte mich, als wir beide uns kennenlernten – damals bei den „Rauchern“ vor der Schule. Später trafen wir uns in Wien wieder, wir inskribierten gemeinsam Theaterwissenschaft. Viele Nachmittag verbrachten wir im Kaffeehaus, noch mehr Nächte im Bermuda-Dreieck, wo wir bis spät in die Nacht arbeiteten und anschließend noch die Umgebung unsicher machten. Wir tranken Schampus am Stephansplatz, wir fuhren gemeinsam nach Dubrovnik auf Urlaub, teilten Bett, Essen und Freunde. Und einiges mehr… da war z. B. ihr grauer selbstgestrickter Pullover, den ich mit Vorliebe trug.

Nach dem Studium verlor sich unser gemeinsamer Weg. Bis auf Elis 30er, von dem mir nur eine Erinnerung an einen knackigen männlichen Body blieb, konzentrierten wir uns beide auf unseren Job, auf Partnerschaft und Kinder. Jahre vergingen ohne Kontakt.

Vor drei Jahren dann die E-Mail:

Liebe Barbara!

Ich lese schon seit ein paar Monaten Deinen Blog, jetzt wird es mal Zeit, Dir zu sagen, dass ich ihn super finde.

Kurze Zeit später trafen wir uns wieder – nach rund zwei Jahrzehnten. Sie lud mich zum Kaffee. Und es war so, als wären keine zwei Jahrzehnte vergangen, sondern bloß zwei Monate. Sie war einfach die Alte geblieben, mit all ihren Kanten, Ecken, spaßigen und herzlichen Seiten. Lustigerweise hat Elis ihre neue Heimat nur zwei Kilometer von meinem jetzigen Sommer-Domizil gefunden.

Mein Blog stellte die Verbindung zwischen uns wieder her.

Daher ist es auch ein Blog, liebe Elis, den ich Dir zu Deinem „Runden“ schenke. Es soll so etwas wie ein Geburtstagsbillet sein, nur eben online. Es wäre schön, wenn noch weitere Gäste die Chance ergreifen, diesen Blog mit Leben zu erfüllen. Ob mit einem Foto oder einer Geschichte, die sie mit Dir erlebten oder einfach nur, um Dir alles Gute zum Geburtstag zu wünschen.

Viel Glück mit Deinen nächsten 50 Ablegern! Und: Keep on Blogging

Barbara
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Marillenpflücker anno 2014: Abgearbeitet, angepatzt und reif zum Einkochen.

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